kein Alkohol: weniger Krebs

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In Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Griechenland, Spanien und Italien sind im Jahr 2008 laut einer EPIC-Studie* etwa 57.000 Männer und 21.500 Frauen alkoholbedingt an Krebs erkrankt. Die Studie belegt, dass Alkohol – insbesondere bei exzessivem Konsum – eine krebsfördernde Wirkung hat.

Große europäische Langzeitstudie liefert neue Daten zu Alkoholkonsum und Krebs

Potsdam-Rehbrücke (08.04.2011) – Der Alkoholkonsum ist für etwa einen von zehn Krebsfällen bei Männern und einen von 33 Krebsfällen bei Frauen verantwortlich. Die Mehrzahl der alkoholbedingten Krebsfälle ist dabei auf einen Konsum zurückzuführen, der über eine akzeptable Menge hinausgeht.

Nach Angaben des Internationalen Krebsforschungszentrums der World Health Organisation (IARC) gilt der ursächliche Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und dem Auftreten von Krebserkrankungen der Leber, der Brust, des Darms und des oberen Verdauungstraktes bereits seit längerer Zeit als wissenschaftlich belegt. Dennoch fehlten bislang Aussagen darüber, wie viele Krebsfälle insgesamt auf den Konsum alkoholischer Getränke zurückzuführen sind. Ebenso war die Dosisabhängigkeit unbekannt.

Im Jahr 2008 war bei Männern der Alkoholkonsum für fast insgesamt 57.600 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes, des Darms und der Leber verantwortlich. Wobei sich diese Zahl nur auf Dänemark, Griechenland, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien bezieht**. Dabei waren ca. 33.000 dieser Fälle auf einen Konsum von mehr als zwei alkoholischen Getränken pro Tag zurückzuführen.

In allen acht untersuchten Ländern bedingte der Alkoholkonsum bei Frauen im Jahr 2008 insgesamt etwa 21.500 Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes, des Darms, der Leber und der Brust. Auch hier war ein Großteil der Erkrankungsfälle, nämlich ca. 17.400, auf einen übermäßigen Konsum zurückzuführen. Das heißt in diesem Fall, auf einen Konsum von mehr als einem Glas Bier, Wein oder Spirituosen pro Tag.

Nach unseren Ergebnissen wären bereits sehr viele Krebsfälle vermeidbar, wenn die Empfehlungen der Gesundheits-organisationen berücksichtigt würden, das heißt, wenn man als Mann nicht mehr als zwei Gläser beziehungsweise als Frau nicht mehr als ein Glas eines alkoholischen Getränks pro Tag konsumiert

sagt Madlen Schütze, Erstautorin der Studie und Epidemiologin am DIfE***.

Noch mehr Krebserkrankungen ließen sich vermeiden, wenn jeder ganz auf Alkohol verzichten würde“. „Unsere Resultate betonen damit, wie wichtig es ist, die aktuellen Maßnahmen zur Verringerung des Alkoholkonsums in Europa und Deutschland noch weiter zu verstärken

ergänzt Manuela Bergmann, die im Rahmen eines an die EPIC-Studie angeschlossenen europäischen Projekts eine Arbeitsgruppe leitete, die sich mit den Gesundheitsfolgen des Alkoholkonsums befasste.

Hintergrundinformationen:

*EPIC: European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition. Die EPIC-Studie ist eine prospektive Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes untersucht. An der EPIC-Studie sind 23 administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit insgesamt 519.000 Studienteilnehmern im Erwachsenenalter beteiligt.
Die Potsdamer EPIC-Studie ist mit mehr als 27.000 Teilnehmern ein Teil der EPIC-Studie.

**In Frankreich und den Niederlanden sind in die EPIC-Studie nur Frauen aufgenommen worden. Deshalb liegen für diese Länder hinsichtlich der Männer keine entsprechenden Daten vor.

***DIfE: Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIFE) hat die Aufgabe, experimentelle und angewandte Forschung auf dem Gebiet Ernährung und Gesundheit zu betreiben. Das Ziel ist, die molekularen Ursachen ernährungsbedingter Erkrankungen zu erforschen und neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Das DIfE ist eine Stiftung öffentlichen Rechts und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

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